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Fachtagung "Wie viel Engagement verträgt die Familie?" vom 22.10.2008 im Doris Roper Haus

Frau Dr. Gisela Notz:

Ehrenamtliches Engagement fÜr Familien

  • Zu den aktuellen Reformdebatten gehört auch die Rückverlagerung sozialstaatlicher Verantwortung in die Familien. Was nicht selten zu deren hoffnungsloser Überlastung führt und dazu, dass sie selbst Hilfe in Anspruch nehmen müssen.
    Das Thema Bürgerschaftliches Engagement und Familien fügt sich nahtlos in die politischen Diskussionen über Eigenverantwortung, sozialen Wandel, Selbst- und Fremdhilfe und die Gestaltung des gesellschaftlichen Zusammenlebens ein.
  • Familien sind heute in vielfältigen personellen Zusammensetzungen zu finde. Familien sind in doppelter Weise für das Thema Büürgerengagement interessant: erstens als aktive Adressatin Partnerin für Bürgerschaftliches Engagement über Generationsgrenzen hinweg und zweitens als Einsatz- und Entlastungsfeld für Unterstützungs- und Hilfeleistungen.
    In dieser doppelten Funktion begegnen sie Infrastruktur- und Beratungseinrichtungen, Freiwilligenagenturen und –zentren, Selbsthilfekontaktstellen und Seniorenbüros.
  • Den verstärkten Unterstützungsbedarf von Familien brauchen, zeigt die zunehmende Problematik der Armut von Kindern und ihrer Bezugspersonen.
    Fakt ist, dass viele Kinder und ihre Eltern(teile) arm sind, weil sie kein Einkommen haben, oder eines, von dem sie nicht leben können.
    Zudem leben (immer noch) viele Lebensgemeinschaften in unzulänglichen Wohnungen. Zu viele Väter sehen zu wenig von ihren Gefährtinnen und ihren Kindern, weil sie zu lange Zeit am Erwerbsarbeitsplatz verbringen müssen.
    Zu viele Frauen werden vom bezahlten Arbeitsmarkt ausgeschlossen. Für zu wenig Kinder stehen pädagogisch wertvolle Betreuungseinrichtungen zur Verfügung. All diese Probleme können nicht alleine durch Bürgerschaftliches Engagement gelöst werden.
  • Gleichzeitig mit der Stärkung von Bürgerengagement muss die professionelle Sozialarbeit ausgebaut werden. Bestrebungen, soziale Dienste auf das Ehrenamt abzuwälzen um zu sparen, sind gerade im Bereich der familialen Unterstützung der falsche Weg.
    Die Aufrechterhaltung und Schaffung sozialer Infrastruktur sind Voraussetzung um die ergänzende Funktion des bürgerschaftliches Engagement überhaupt wirksam werden zu lassen. Professionelle und ehrenamtliche Engagementformen können sich nur dann gegenseitig ergänzen.

 

 

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