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Fachtagung 'Ehrenamt und Erwerbslosigkeit' am 21.09.2004 in Köln

Inhalt

Einladung

KABE - der Kölner Arbeitskreis Bürgerschaftliches Engagement veranstaltet am 21. September erneut eine Fachtagung.

In diesem Jahr steht die Tagung unter dem Titel "Ehrenamt und Erwerbslosigkeit".

In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl der Menschen erhöht, die sich bei den Vermittlungsorganisationen über die Möglichkeiten bürgerschaftlichen Engagements informieren, weil sie eine produktive Beschäftigung suchen.

Die meisten Interessentinnen und Interessenten, die trotz einer guten Ausbildung keine bezahlte Arbeit finden, erhoffen sich über die freiwillige Arbeit, den Anschluß an den Arbeitsmarkt zu halten, wieder eine Tagesstruktur entwickeln zu können und den erlittenen Verlust des eigenen Platzes in einer durch Erwerbstätigkeit definierten Gesellschaft ausgleichen zu können.

Wie gehen die Organisationen und Verbände mit gut ausgebildeten, motivierten Freiwilligen um, für die die freiwillige Arbeit zum Teil einen anderen Stellenwert hat als die ehrenamtliche Tätigkeit in früheren Zeiten? Können Organisationen und Verbände dieses gesellschaftliche und politische Problem überhaupt lösen helfen? Welche Veränderungen werden sich aus Hartz IV für die Engagierten und für die Verbände und Organisationen ergeben?

Wir sprechen am 21. September 2004, im Internationalen Zentrum, Stolzestr. 1a, Köln mit:

  • Marlis Bredehorst, Dezernentin für Soziales der Stadt Köln,
  • Monika Kleine, Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Köln,
  • Herrn Welters,
  • Brigitte Erdweg, Frauen gegen Erwerbslosigkeit e.V.,
  • Thomas Münch, Kölner Arbeitslosenzentrum,
  • Angelika Blickhäuser, KABE, Frau Harrer, Herr Hengefeld

Wir laden Sie herzlich ein zur Fachtagung und zu einem Pressegespräch im Anschluss an die Gesprächsrunde. Das Pressegespräch findet in der Zeit von

13.00 bis 14.00 Uhr statt.

Wir würden uns freuen, Sie begrüßen zu können.

Bitte teilen Sie uns auf beiliegendem Bogen mit, ob wir mit Ihrem Erscheinen rechnen können.

Mit freundlichen Grüßen

i.A.

Cornelia Harrer

KABE Geschäftsführerin

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Programm

Uhrzeit Programm
10:15 Uhr Begrüßung
Cornelia Harrer,
Geschäftsführung KABE
10.30 Uhr

Gesprächsrunde:
Ehrenamt und Erwerbslosigkeit

  • Angelika Blickhäuser, KABE
  • Reinhold Pohl, Ehrenamtlich engagierter Erwerbsloser
  • Monika Kleine, Sozialdienst katholischer Frauen e.V.
  • Brigitte Erdweg, Frauen gegen Erwerbslosigkeit e.V.
  • Thomas Münch, Kölner Arbeitslosenzentrum
  • Peter Welters, Agentur für Arbeit, Köln
  • Marlis Bredehorst Sozialdezernentin der Stadt Köln
12.30 Uhr Zusammenfasssung der Gesprächsrunde
13.00 Uhr Mittagspause
14.00 Uhr Arbeit im Tischcafé
15.30 Uhr Präsentation der Ergebnisse im Plenum
16.00 Uhr Ende der Veranstaltung

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Einführung

Waren Erwerbslose immer schon "Kundinnen und Kunden" der Vermittlungsorganisationen? Sind es im Laufe der Zeit mehr geworden?

Um welchen Personenkreis handelt es sich? (Geschlecht/Alter/Qualifikation)

Das Thema berührt mich schon lange - auch geprägt durch die eigene Biografie.

Zunehmend kommen hoch kompetente erwerbslose Menschen in die Beratung - deutlich sichtbar ist seit einem bis zwei Jahren ein Anstieg der Qualifikation. Es kommen immer noch mehr Frauen als Männer, aber zunehmend auch Männer in die Beratung. Für mich bleibt die Frage: gehen Frauen eher ins Ehrenamt - oder lassen sich Frauen eher beraten? Ein Beispiel für einen männlichen Erwerbslose ist der Geschäftsführer; der mit 45 Jahren keine adäquate Stelle mehr findet. Trotzdem frage ich mich: wo sind die Männer, die ein Engagement suchen? Oder: erreichen wir sie mit unserem Angebot der Beratung und Fortbildung nicht. Erwerbslosigkeit ist nicht zwangsläufig kein Thema der Qualifikation mehr, sondern vielmehr ein Problem des Alters und der Langzeitarbeitslosigkeit.

Mit welchen Wünschen/Anfragen kommen die Erwerbslosen? Werden Wünsche durch das Ehrenamt wieder in die Berufstätigkeit zu finden explizit zum Ausdruck gebracht oder eher "heimlich"? Was bringt es einem Erwerbslosen, sich ehrenamtlich zu engagieren?

Welche Herausforderungen stellt die Zielgruppe an die Agenturen?

Sie suchen: die Sicherung der Qualifikation, eine sinnvolle Tätigkeit, die Auseinandersetzung im Team, die Kommunikation, damit die Forderungen einer Arbeit außerhalb des Privaten und den Austausch.

Ehrenamtliches Engagement bietet Chancen, diese werden in der Beratung angesprochen, aber auch die Grenzen. Chancen sind: der Kontakt zum Erwerbsleben - eine sinnvolle Aufgabe haben - im Team arbeiten - Anforderungen haben, d.h. gefordert und gefördert werden.

Die Grenzen liegen da, wo die Hoffnung besteht bzw. geweckt wird, durch dieses konkrete Ehrenamt in dieser konkreten Einrichtung einen Job zu finden. Daher ist es manchmal besser, sich berufs fern zu engagieren. Das ehrenamtliche Engagement bietet Vorteile bei der Bewerbung. Die Erwerbslosen können anders auftreten.

Welche Herausforderungen stellt die Gruppe an die Einrichtungen? Welchen an die Vermittlungsagenturen?

Meine Frage lautet eher: können die Einrichtungen überhaupt den Bedarf decken? Es gibt immer noch viel zu wenige Engagementsfelder, z.B. für Menschen mit Projekterfahrungen oder GeschäftsführeInnen oder Selbständige, die einen eigenen Laden hatten oder ProjektleiterInnen oder...Auch andere als die üblichen politischen Formen oder die Vertretung eigener Interessen sind als mögliche Tätigkeitsfelder noch viel zu wenig erschlossen.

Es braucht:

  • Neue Ideen
  • Einrichtungen, die Lust haben, sich auf Experimente einzulassen
  • Einrichtungen, die sich fragen; wieviel neues ehrenamtliches Engagement kann ich vertragen und damit sinnvoll nutzen
  • Auseinandersetzung über die Konkurrenz von hauptamtlichen und ehrenamtlicher Arbeit und damit auch Schutz der Hauptamtlichen
  • die Erkenntnis, dass die neuen Ehrenamtlichen ein Gewinn für Einrichtungen sind - die Erkenntnis, das dem Arbeitsamt Gewinne entstehen können, wenn die kompetenten Erwerbslosen sinnvoll ehrenamtlich eingesetzt sind, z.B. durch Einsparungen bei Qualifizierung
  • Überlegungen, welche Äquivalente für die Einrichtungen gezahlt werden können, wenn sie helfen Gewinne für Stadt und Arbeitsamt zu erwirtschaften
  • Die Qualität der Beratung durch die Vermittlungsagenturen muss diesen hohen Anforderungen gerecht werden, sowohl bezogen auf die Erwerbslosen als auch bezogen auf die Einrichtungen .

Welche Frage muß hier auf der Tagung auf jeden Fall angesprochen werden?

  • die Ambivalenzen bei dem Thema Beratung: Chancen und Nutzen für die Erwerbslosen
  • die Qualitätsanforderungen an Einrichtung
  • die Anerkennung der Leistungen der Einrichtungen und der Erwerbslosen durch die Stadt und durch das Arbeitsamt

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Zusammenfassung I

  1. Sozialamt und Arbeitsamt tendieren zur freiwilligen Vermittung von "Arbeitsgelegenheiten", offen blieb: was heißt sanfter Druck.
  2. Ehrenamtliche Arbeit und Arbeitsgelegenheiten müssen klar voreinander abgegrenzt werden.
  3. Frau Kleine tritt dafür ein, dass die Wohlfahrtsverbände Arbeitsgelegenheiten nur auf der Basis von Freiwilligen vergeben.
  4. Organisationen sind häufig von der Komplexität überfordert.
  5. Es bedarf einer weiteren sozialpolitischen Diskussion zur Einordnung von Ehrenamt in einem veränderten "Arbeitsbegriff" (Prospektivenwechsel, Anreizsysteme).
  6. Es besteht Interesse von der Sozialdezernentin, dem Leiter der Agentur für Arbeit mit KABE diesen Dialog in Form von Werkstattgesprächen fortzuführen.
  7. Ehrenamtliches Engagement ist
    • eine individuelle Chance für Erwerbslose, Anerkennung
    • ist kein Ersatz für Erwerbsarbeit
    • bedarf spezifischer Rahmenbedingungen in den Einrichtungen
    • bedarf einer sozialpolitischen Debatte; Ehrenamt ist nicht frei von gesellschaftlichen Widersprüchen (Kriterien für unterschiedliche Formen der Arbeit)

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Zusammenfassung II

  • Individuelle Förderung und strukturelle Rahmenbedingungen
  • Freiwilligkeit: Sozialamt, Arbeitsamt, Einrichtungen
  • gemeinsame Werkstattgespräche
  • sozialpolitische Verantwortung für die Frauen und Männer, die keine Chancen auf dem Markt haben

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Thesen für die Tischcafes

These 1

Ehrenamtliches Engagement von Erwerbslosen verhindert deren intensive und ernsthafte Suche nach bezahlter Arbeit

These 2

Ehrenamt bietet Erwerbslosen keine Chance für die Rückkehr und nutzt nur deren Situation aus

These 3

Einrichtungen sind mit dem Einsatz von (kompetenten) erwerbslosen Ehrenamtlichen überfordert

These 4

Es besteht eine Konkurrenz zwischen Hauptamtlichen - Arbeitsgelegenheiten und Ehrenamtlichen

These 5

Weder ehrenamtlich tätige Erwerbslose noch Einrichtungen werden von Stadt oder Arbeitsamt belohnt, wenn sie durch ehrenamtliches Engagement zur beruflichen Qualifikation von Erwerbslosen beitragen

Fragestellung für Abschlussrunde

Wer muss was in Köln tun, damit ehrenamtliches Engagement für Erwerbslose attraktiv ist?

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