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Fachtagung 'Eigenart des Ehrenamtes' am 20.03.2003 in Köln

Titel der einzelnen Workshops

Bericht des Workshop 1

Beteiligungsmöglichkeiten schaffen - wie geht das?
Moderation: Gabriele Wahlen, Ceno
Ludger Hengefeld, KABE-Geschäftsführer

Bürgerrechte zu stärken und neue Beteiligungsmöglichkeiten zu schaffen ist eine herausfordernde Aufgabe für eine Kommune. Was können AkteurInnen vor Ort zu einer innovativen Entwicklung beitragen?

Ausgangsfrage war: Bürgerrechte stärken und neue Beteiligungsmöglichkeiten zu schaffen ist eine herausfordernde Aufgabe für eine Kommune. Was können AkteuerInnen vor Ort zu einer innovativen Entwicklung beitragen.

Den Teilnehmerinnen und Teilnehmerin lag zu Beginn des Workshops mehr die Klärung der Bedingungen in den eigenen Initiativen und Projekten am Herzen und nicht so sehr die Betrachtung der übergreifende Dimension der Kommune. Das hat gezeigt, dass es einen hohen Bedarf nach fachlichem kollegialem Austausch gibt.

Das Thema selbst konnte nur angerissen werden, da seine Komplexität den vorgegebenen Zeitrahmen sprengt.

Es wurden die Konsequenzen für die einzelnen Akteure, die die Schaffung von mehr Bürgerbeteiligung diskutiert verknüpft mit der Frage, ob der Bürger die ihm zugedachten Möglichkeiten und Rollen überhaupt nutzen will und wie er in einem solchen Idealfall erreicht werden kann.

Es wurde festgestellt, dass der Entwicklungsprozeß hin zu einer Bürgergesellschaft weitreichende Konsequenzen auf allen kommunalen Ebenen, z.B. Politik, Verwaltung, Verbände, Unternehmen, Institutionen, Organisationen usw. Um arbeitsfähige Kooperationen herzustellen, müßte ein neues Rollenverständnis übernommen werden. Beispielsweise:

  • Hauptamtlich MitarbeiterInnen würden eher die Funktion von Moderatoren in einem Arbeitsprozeß übernehmen.
  • Sowohl die Umstrukturierung als auch die Umsetzung würden sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Dabei stellte sich die Frage nach der Finanzierbarkeit.
  • Machstrukturen würden sich von Grund auf verändern bzw. müßten sich auflösen. Es wurde skeptisch eingebracht, ob dies im vorherrschenden System auf fruchtbaren Boden fallen würde.
  • Für die kommunalen Akteure wäre zu Beginn eines Entwicklungsprozesses hin zu einer Bürgergesellschaft bzw. Basisdemokratie der kleinste gemeinsame Nenner, Bürgerbelange ernstzunehmen.

Als Start hin zu einer Entwicklung zu neuen Beteiligungsmöglichkeiten und -formen wird die Stadt Köln ein Netzwerk aller Akteure als langfristige Strategie anlegen. Diese Aufgabe wird als Querschnittsaufgabe wahrgenommen.

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Bericht des Workshop 2

Engagementfreundliche Organisationen schaffen
Moderation: Angelika Blickhäuser, Büro für Bürgerengagement
Monika Brunst, Mensch zu Mensch

Welche Bedingungen sind nötig, damit Organisationen in Leitbild und Struktur engagement-freundlicher werden? Die Enquete-Kommission gibt hierzu Empfehlungen. Was muss umgesetzt werden, damit Freiwillige engagierter mitwirken können?

I. Wo gehöre ich hin? Kurze Vorstellungsrunde

  • Internationales Erzählcafe (Ehrenamtliche)
  • Sonnentiger (Ehrenamtliche)
  • OASE (Hauptamtliche)
  • Museum - Informationsstände (Ehrenamtliche)
  • Sozialbüro (Hauptamtliche)
  • Unterstützerkreis (Ehrenamtliche)
  • Senioreneinrichtung (Hauptamtliche)
  • Kölner Freiwilligen Agentur (Hauptamtliche)
  • Seniorenhaus (Hauptamtliche)
  • Blinden und Sehbehinderte (Ehrenamtliche)
  • Johannisbund (Hauptamtliche)
  • Weißer Ring (Ehrenamtlicher)
  • Kinderhaus der Stadt Köln (Hauptamtliche)
  • Projekt der Universität Köln: Urbanes Köln (Hauptamtliche)
  • Schulleiterin (Hauptamtliche)

II. Wünsche der Ehrenamtlichen an die Institutionen

  • der erste Kontakt ist wichtig
  • klare Aufgabe, klares Tätigkeitsprofil
  • Schnupperphase ermöglichen
  • Ziele der Organisation, Werte und Aufgaben vermitteln
  • Eigeninitiative ermöglichen
  • Begleitung der Ehrenamtlichen durch Ansprechpartnerin
  • Kontakte und Austausch mit anderen Ehrenamtlichen
  • Kenntnisse und Ressourcen einbringen
  • Fachliche Anforderungen an Ehrenamtliche klar äußern
  • Fachliche Qualifizierungsmöglichkeiten bereit stellen
  • Aufwandsentschädigung
  • Kostenerstattung: Fahrgeld, Telefon
  • Einbindung der Ehrenamtlichen in die Strukturen der Organisation, Mitwirkungsmöglichkeiten durch flexible Strukturen, Vorschläge, etwas ausprobieren können
  • Teamarbeit - Formen der Zusammenarbeit anbieten
  • Akzeptanz durch Hauptamtliche (Wertschätzung im Alltag)
  • Hilfe und Unterstützung durch das hauptamtliche Team
  • Abbau bürokratischer Regeln und Hürden
  • Einbeziehen von MigrantInnen als Gestaltende

III. Möglichkeiten der Hauptamtlichen

  • Selbstverständnis der Institution
  • Kopf und Bauch der Ehrenamtlichen ansprechen
  • AnsprechpartnerIn für Ehrenamtliche sein
  • Rückendeckung durch die Organisation (Zeit .. Ressourcen...)
  • Versicherungsfragen klären
  • Den anderen Blick der Ehrenamtlichen nutzen
  • Einarbeitung, Infrastruktur, organisatorischer Rahmen, Ressourcen nutzen
  • Probleme der Ehrenamtlichen erkennen und professioneller Umgang
  • Präferenzen der Ehrenamtlichen erkennen - Motivation
  • Arbeit auf Augenhöhe
  • Neue Idee - Innovationen aufgreifen Vertretungspflicht für Ehrenamtliche
  • Frustrationstoleranz für Ehrenamtliche
  • Ehrenamt paßt nicht in die Institution - Reibungen aushalten
  • Umgang mit Konflikten
  • Verhältnis von Unterstützung und Aufwand klären
  • Balance und Gewinn durch Einsatz von Ehrenamtlichen
  • Eigenverantwortung und Verantwortung

 

Anforderungen an engagementfreundliche Institutionen

  • jede Organisation muss für sich bürgerschaftlich Engagement definieren
  • Entwicklungsprozeß zur Selbstverständlichkeit
  • Ehrenamt: Ergänzung der hauptamtlichen Arbeit
  • Gefahr Instrumentalisierung der ehrenamtlichen Arbeit
  • Praktische Umsetzung des Leitbild in die Organisation (z.B. Fachstelle)
  • Schulung der Hauptamtlichen
  • Zeitliche und finanzielle Ressourcen bereitstellen
  • Anerkennungskultur im Alltag
Thesen der Enquete - Kommission "Bürgerschaftliches Engagement"

1.) Das gemeinwohlorientierte bürgerschaftliche Engagement ist Kernbestandteil einer BürgerInnengesellschaft und betrifft bürgerschaftliche Organisationen ebenso wie staatliche Institutionen.

Ziel: stärkere BürgerInnenrorientierung staatlicher Institutionen und der Wohffahrtseinrichtungen i.w.S. und stärkere Wahrnehmung der zivilgesellschaftlichen Rolle von Bürgerinnen und Bürgern.
Gender: gibt es unterschiedliche Rollen von Männern und Frauen bei der Wahrnehmung zivilgesellschaftlicher Aufgaben?

2.) Bürgerschaftliches Engagement sollte systematischer Bestandteil der Organisationsentwicklung sein

Ziel: vermehrte Möglichkeiten der Partizipation schaffen und Öffnung der Organisationen nach innen und nach außen.
Gender: stellen Männer und Frauen unterschiedliche Anforderungen an Partizipationsmöglichkeiten innerhalb von Organisationen und Einrichtungen?

3.) Aufnahme des bürgerschaftlichen Engagement in das Leitbild von Organisationen (sowohl des Staates als auch des sog. Dritten Sektors) - Öffnung nach innen

Ziel: kooperative Zusammenarbeit von bürgerschaftlich Engagierten und Hauptamtlichen und Partizipation der Engagierten an Organisationsabläufen und Entscheidungen, die ihr Engagement betreffen

4.) Stärkere Vernetzung und Kooperation mit anderen Akteuren und Akteurinnen, Öffnung nach außen

Ziel: Lernorte für bürgerschaftliches Engagement schaffen, Gestaltung durch zivilgesellschaftliche Akteure und Akteurinnen, Rahmenbedingungen schaffen - Unterstützung durch kommunale Einrichtungen

5.) Besondere Bedeutung kommt den Schulen im Rahmen des bürgerschaftlichen Engagements zu

Gender: haben Mädchen und Jungen unterschiedliche Vorstellungen? Brauchen sie unterschiedliche Ansprachemöglichkeiten?

6.) Verwaltungen sollen BürgerInnen nicht nur als KundInnen, sondern auch als Mitgestaltende und KoproduzentInnen von Dienstleistungen betrachten.

Ziel: BürgerInnenkommune, Partizipationsmöglichkeiten bereitstellen, Transparenz, Aufklärung, Beratung und Abbau bürokratischer Hemmnisse, Veränderung der Praxis der Zuwendungen (vermehrte Festbetragsfinanzierung)
Gender: Sind die unterschiedlichen Bedürfnisse von Männern und Frauen erfragt - geschlechtsspezifische Datenerhebung -

7.) Qualifizierung als zentraler Baustein einer umfassenden Anerkennungskultur knüpft an das Bedürfnis der Engagierten nach Selbstentfaltung, Persönlichkeitsentwicklung und Mitgestaltung an.

Ziel: Anerkennung des bürgerschaftlichen Engagements außerhalb von Bezahlung
Gender: gibt es unterschiedliche Anerkennungskulturen bei Männern und Frauen?

 

 

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Bericht des Workshop 3

Anerkennen, wertschätzen, qualifizieren
Moderation: Cornelia Harrer, Der PARITÄTISCHE, Kreisgruppe Köln
Carlos Stemmerich, AIDS-Hilfe Köln

Anerkennung der Freiwilligenarbeit ist nicht nur eine Frage der Beziehungsarbeit sondern auch der Organisationsentwicklung und -kultur.
Was eine Organisation dafür tun kann, wird anhand von acht Thesen diskutiert.

Die Enquetekommission vertritt die Auffassung, dass die Anerkennung und Wertschätzung des bürgerschaftlichen Engagements wichtige Bestandteile der Engagementförderung sind.

Dabei muss zwischen zwei Formen der Anerkennung unterschieden werden: Einmal die öffentliche Anerkennung, deren Formen, so die Kommission mit "Mut, Phantasie und Kreativität " neu gedacht werden müssen, damit auch die neuen Formen des Engagements (z.B. das kurzfristige Engagement in Projekten) und auch die unterschiedlichen Zielgruppen adäquate Wertschätzung erfahren können.

Zum zweiten muss es den Organisationen in denen sich Freiwillige engagieren, gelingen, eine Kultur der Anerkennung zu entwickeln, damit bürgerschaftliches Engagement eine nachhaltige Wertschätzung erfahren kann.

Der Workshop bezog sich auf den zweiten Aspekt mit der Frage
"Wie entwickelt sich eine Anerkennungskultur in einer Organisation?"

Die ReferentInnen stellten folgende acht Empfehlungen im Workshop zur Diskussion:

  1. Die Organisation macht Förderung und Anerkennung des bürgerschaftlichen Engagements zur Chef/innensache
  2. Die Organisation klärt ihre Einstellung zum bürgerschaftlichen Engagement und entwickelt eine engagementfreundliche Haltung
  3. Die Organisation stellt die erforderlichen Ressourcen (finanziell, personell, räumlich, sächlich) zur Ausgestaltung zur Verfügung
  4. Die Organisation gewährleistet und gestaltet Einstieg und Einarbeitung der Freiwilligen
  5. Die Organisation sichert die Begleitung und ggfs. die Qualifizierung der Engagierten
  6. Die Organisation ermöglicht und begrüßt die Partizipation der Engagierten
  7. Die Organisation sorgt für nachhaltige und spürbare Wertschätzung der Engagierten innerhalb und außerhalb der Organisation
  8. Die Organisation gestaltet bereits beim Einstieg den Ausstieg

Sicher können und müssen nicht alle Empfehlung in jeder Organisation umgesetzt werden. Wichtig ist jedoch sich darüber klar zu werden , dass das Engagement von Freiwilligen nicht umsonst zu haben ist und nicht nur eine Erleichterung darstellt. Sondern: Wer mit Freiwilligen arbeiten will, muss Zeit, Geld, Nerven und Ideen investieren. Der Gewinn dieser Investitionen ist oft erst später sichtbar.
Für Nachfragen stehen zur Verfügung:
Carlos Stemmerich, 0221/ 20 20 3-44 stemmerich@aidshilfe-koeln.de
Cornelia Harrer 0221/ 95 15 42-29 harrer@paritaet-nrw.org

 

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Bericht des Workshop 4

Stärkung des Corporate Volunteering
Moderation: Ulla Eberhard, Kölner Freiwilligen Agentur

Die Enquete-Kommission unterstützt alle Projekte und Bestrebungen, die dazu beitragen, dass sich Unternehmen in Deutschland mehr als bisher als "corporate citizens" verstehen. Was können Kölner Unternehmen, soziale und kulturelle Einrichtungen, die Vermittlungsorganisationen und die Kommunalpolitik dazu beitragen?

Corporate Volunteering wurde definiert als "Unternehmen engagieren sich mit ihrem Personal für das Gemeinwohl". Neu ist die Art der Partnerschaft zwischen Unternehmen und sozialen/ kulturellen Einrichtungen. Das Unternehmen tritt nicht als Spender oder Sponsor auf. Vielmehr stellt es das Know How und die Zeit seiner MitarbeiterInnen für das Gemeinwohl zur Verfügung. Einrichtungen, die sich beteiligen, können auf diese Weise neue Ressourcen erschließen. Projekte gelingen, wenn sie allen drei Beteiligten gleichermaßen nutzen: dem Unternehmen, seinen MitarbeiterInnen und den sozialen/kulturellen Einrichtungen.

Ein Beispiel für ein gelungenes Projekts wurde vorgestellt: "KulturPaten". Es handelt sich dabei um einen Know-How-Transfer aus Unternehmen in kulturelle Einrichtungen. Experten, die sich in betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Fragen, in Projektmanagement oder Marketing auskennen, stehen für eine gewisse Zeit einer Kultureinrichtung zur Seite. Bei der Beratung geht es darum, das erforderliche Know How in die Arbeitsabläufe der Kultureinrichtung zu integrieren.

Herr Hörnemann, Mitinhaber des Beratungsunternehmens Global Growing Consult, erläuterte, was ihn dazu bewogen hat, sich mit seinem Unternehmen als KulturPate zu engagieren. Frau Schneider, Mitarbeiterin von Global Growing Consult, schilderte ihre Erfahrung als KulturPatin bei der Gedok, einem Frauenkulturverein. Frau Freusberg stellte dar, was der Verein Gedok von dem KulturPaten-Engagement hat. Schließlich erläuterte Herr Dr. Günther, wie die Kölner Freiwilligen Agentur als Vermittler tätig war und die beiden Partner miteinander in Verbindung brachte.

Um den Blick auch auf Unternehmesengagement im sozialen Bereich zu lenken wurde als Beispiel "SeitenWechsel" vorgestellt. Das dritte Beispiel "Teamprojekte", geht über das Engagement von Einzelpersonen hinaus und gibt Gruppen von UnternehmensmitarbeiterInnen die Möglichkeit, im Gemeinwesen an einem Tag öffentlichkeitswirksam tätig zu werden.

Die TeilnehmerInnen lernten Corporate Volunteering als einen Strauß von verschiedenen Möglichkeiten kennen, der je nach Einrichtung aus unterschiedliche Blumen zusammengesteckt ist. Geschätzt wurden die vielen Varianten und die offenen Entwicklungsmöglichkeiten eines in Deutschland noch im Aufbau befindlichen Ansatzes.

Die anwesenden VertreterInnen von Einrichtungen stellten Überlegungen an, wie Corporate-Volunteering-Projekte bei ihnen aussehen könnten.

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Bericht des Workshop 5

Wissen über bürgerschaftliches Engagement erweitern /
Öffentlichkeit für Bürgerengagement
Moderation: Anne Rossenbach, SkF-Börse

Mit der gesellschaftlichen und politischen Neubewertung der Relevanz bürgerschaftlichen Engagements geht auch ein Wandel in der Öffentlichkeitsarbeit einher. In dieser Sequenz stehen die Ziele von Öffentlichkeitsarbeit für bürgerschaftliches Engagement und deren Realisierung im Vordergrund.

Zu Beginn des Workshops galt es erst einmal deutlich zu machen, dass Öffentlichkeitsarbeit im Sozialen Bereich (Social PR) mehrdimensional ist.

Öffentlichkeitsarbeit transportiert im sozialen Bereich Wissen über ein soziales Anliegen und sorgt für die Akzeptanz der Arbeit der Träger in diesem Bereich. Meist geht es um Themen, die eine große öffentliche und gesellschaftliche Bedeutung haben, denen es aber an der adäquaten öffentlichen Aufmerksamkeit (durch die Medien) fehlt.

Bezüglich der Öffentlichkeitsarbeit hat die Enquêtekommission des deutschen Bundestages empfohlen, einerseits Forschungsaktivitäten auszubauen, die Ergebnisse moderner empirischer Forschung in die Weiterentwicklung bürgerschaftlichen Engagements einzubringen und die Forschungsaktivitäten auf neue Gruppen, Institutionen und Entwicklungen auszudehnen.

Im Bereich der praktischen Arbeit empfiehlt die Enquêtekommission, auf eine verstärkte Interessenvertretung auf allen Ebenen politischen und gesellschaftlichen Handelns hinzuwirken. Hier geht es vor allem um die Bildung von Netzwerken auf Bund- Länder und kommunaler Ebene und um die Entwicklung geeigneter Förderinstrumente auf diesen Ebenen.

Für die Arbeit vor Ort bedeutet das:

  • Vernetzung
  • Professionalisierung
  • Ernsthaftigkeit beim Bemühungen bürgerschaftliches Engagement in der eigenen Stadt, im eigenen Verband langfristig zu etablieren und weiterzuentwickeln
  • Schaffung von Ressourcen innerhalb der Einrichtungen und Organisationen
  • Perspektiverweiterung über die eigene Einrichtung hinaus

Bevor man mit Öffentlichkeitsarbeit für mehr bürgerschaftliches Engagement wirbt, bedarf es einer genauen Analyse, ob und in welcher Form man Freiwilligenarbeit überhaupt will und was man bereit ist, dafür zu investieren. Aus folgenden Grundsatzfragen ergibt sich dann ein Profil mit dem man einerseits die eigene Organisation in der Öffentlichkeit darstellen kann und die andererseits die Matrix für den/die "ideale Freiwillige" vorgibt. Wollen wir Freiwillige in unseren eigenen Reihen?

  • Wenn wir mit Freiwilligen zusammen arbeiten wollen, in welchen Arbeitsbereichen könnte dies geschehen?
  • Welche Freiwilligen wünschen wir uns?
  • Was sind wir bereit, selbst zu geben?
  • Wie weit wollen wir uns für Impulse öffnen, die Freiwillige in unsere Arbeit tragen könnten?

Aus der Analyse dieser Fragen ergibt sich automatisch ein Bild derer, die angesprochen werden sollen, in Verbindung mit einer gestalterischen und festgelegten Tonalität vorhandener Materialien der Organisation/Einrichtung werden dann die Wege der Öffentlichkeitsarbeit konzeptioniert. So wird man junge Interessierte sicherlich eher über das Internet oder über bunte, modern gestaltete Materialien ansprechen, konservativere Interessierte vielleicht eher über die persönliche Ansprache und einen konventionell gestalteten Flyer.

Wichtig ist aber immer, die eigene Sprache, das eigene Verständnis in den Vordergrund zu stellen, sondern die Bedürfnisse derer, die für ein Engagement gewonnen werden sollen.

Bürgerschaftliches Engagement sollte im eigenen sozialen Umfeld der Engagierten zum Renommee beitragen, deshalb muss Öffentlichkeitsarbeit die individuellen Motive der Freiwilligen aufnehmen (Was bringt mir das?).

Jede Freiwillige/jeder Freiwillige ist Multiplikator/Multiplikatorin für die Ziele der Einrichtung/Organisation und die Einrichtung/Organisation selbst.

 

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